Woza – This is Africa #36

Am letzten Samstag, den 26.09.2015, sendete ich wieder meine monatliche Radioshow „Woza – This is Africa“ bei Radio Blau, dem freien Leipziger Radiosender. Die erste Woza-Sendung lief im August 2011 bei Radio Blau. Jeden Monat folgte eine Weitere. 2013 und 2014 setzte ich jeweils für ein halbes Jahr aus, weil ich ja in Nigeria unterwegs war, natürlich um neue Musik zu sammeln (und nebenbei ein Wenig zu arbeiten). Nun bin ich wieder in Nigeria, diesmal aber etwas länger und da habe ich mir gedacht, man kann ja auch von hier senden. Daher war die letzte Woza-Ausgabe zwar schon die 36te Sendung, aber dennoch wieder einmal eine Premiere. Es war die erste Sendung, die ich nicht im Radio Blau Studio Leipzig, sondern im neuen Außenstudio in Abuja, Nigeria aufgenommen und produziert habe. Das befindet sich natürlich noch im Aufbau. Momentan besteht das Außenstudio aus einem Laptop, einem DJ-Controller, einem sehr alten H4 Zoom und sehr viel Musik. Das Studio wird aber wachsen. Bei der nächsten Reise nach Deutschland bringe ich ein ordentliches Mikrofon mit und, wenn es die Herzdame erlaubt, ein paar Schaumstoffmatten, um das Gästezimmer weniger schallend zu machen. Ich kann nicht garantieren, dass ich es schaffe monatlich von hier zu senden, da ist es mit einem Full-Time Job sehr anstrengend ist, nebenbei noch Radio zu machen. Denn das ist ja auch ziemlich zeitintensiv. Ich versuche aber, so oft wie möglich von hier zu senden.

Improvisiertes Außenstudio in Abuja
Improvisiertes Außenstudio in Abuja

Passenderweise stand nigerianische Musik auch (mal wieder) im Mittelpunkt der Sendung. Losgelegt haben wir mit einem Meisterwerk der jüngeren afrikanischen Musikgeschichte, fast schon ein Klassiker, 2 Face Idibia mit African Queen. Der perfekte Opener für die erste Sendung aus Nigeria, da 2 Face einige Tage zuvor seinen 40sten Geburtstag feierte. Später in der Sendung folgte dann auch noch ein 2 Face-Artist Special.

Vorher jedoch gab es noch etwas Bantu Beats, also Musik aus dem östlichen und südöstlichen Afrika. Bei den ersten beiden Liedern – Goodluck Gozbert mit Ipo Siku und Stikiyiki feat Kijo mit My redio -handelte es sich um Bongo Flava, eine Musikrichtung aus Tansania. Genauer gesagt um Musik aus Dar es Sallam. Die größte Stadt Tansanias wird nämlich auch Ubingo genannt. Das ist Kiswahili und bedeutet Gehirn, denn dies braucht man um in Dar es Sallam zu überleben. Anschließend gab es die nächsten Musiker aus Nigeria zu hören. Allerdings waren es nur Feature-Gäste auf Bantu Beat Produktionen. Inter-afrikanische Musikproduktionen erfreuen sich seit einiger Zeit immer größer Beliebtheit. Besonders begehrt, sind dabei nigerianische Künstler. Denn nigerianische Musik hört man in ganz Afrika und über die Grenzen des Kontinentes hinaus. Nigerianische Künstler sind weltweit gefeierte Superstars. Eine Kollaboration mit denen verspricht Musikern aus anderen Ländern, die in ihren eigenen Ländern schon längst Berühmtheiten sind, auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu werden. So traf in diesem Fall der der ugandische Dancehall-Godfather Dr. Jose Chameleone auf den nigerianischen Dancehall-Newcomer des letzten Jahres Patoranking. Gemeinsam performten sie das Lied Only You. Anschließend traf Jay Rax (Zambia) auf Wyre (Kenia) und Orezi (Nigeria).

Der nächste Musikblock brachte mal wieder Musik aus Malawi. Zu diesem Land habe ich ja eine besondere auch musikalische Beziehung. Mein Name, Chabwera Banda, wurde mir in Malawi gegeben. Chabwera bedeutet: Der, der zu uns gekommen ist, und Banda ist der weitverbreiteste Nachname in der Region um Kasungu in der Central Region Malawis. Die moderne Musikszene Malawis bringt entweder Rapper hervor oder aber auch Dancehall-Künstler. Ähnlich wie in Zimababwe ist Dancehall in Malawi sehr beliebt und die Szene folgt dem jamaikanischen Vorbild, was die Art und Weise der Produktionen anbelangt. Ein Produzent produziert einen Riddim und mehrere Künstler nehmen ein Lied auf diesem auf. Wir haben in einen der neuesten Riddims reingehört, Hörten den Summer Rain Riddim produziert von Blage. Das Who-is-who der malawischen Dancehall-Szene ist auf diesem Riddim zu hören. Hervorzuheben ist jedoch ein Künstler, Malinga Mafia. Dieser gilt als einer der talentiertesten Lyriker Malaswis. Ist ja auch kein Wunder, denn er war ja Mitglied in der Gang von Mafunyeta, einem Ausnahmelyriker, der leider 2012 verstroben ist. Von ihm hat er Kreativität und Wortspielereien gelernt. Malinga Mafia war zusammen mit Capital Gal und dem Lied Boss’s daughter auf dem Summer Rain Riddim vertreten, anschließend hörten wir noch seine aktuelle, in Malawi sehr erfolgreiche Single Levels.

Dann gab es (wie immer zu dieser Zeit) endlich wieder afrikanische Housemusik. Diesmal wieder brandaktuell und einem spannenden Hin-und-Her-Gehopse aus Mzansi House (aus Südafrika) und Ango-House (aus Angola). Die neuen Singles von Heavy-K featuring Burnaboy (Therapy), Oskido (Rockefella) und Black Coffee (Come with me). Abgeschlossen wurde der Houseblock von Boddhi Satvas Version von Ambience Zouglou ursprünglich von den Zouglou Makers. Boddhi Satva ist seit Jahren erfolgreicher Produzent afrikanischer House-Musik und einer der wenigen, die nicht aus dem südlichen Afrika kommen. Er kommt aus der Zentralafrikanischen Republik.

Nach einer Stunde Sendezeit sind wir dann auch endlich beim Zielort angekommen und der lautete diesmal Nigeria. Natürlich durfte auch ein Artist-special nicht fehlen und wie schon oben angesprochen ist der 40ste Geburtstag von einem der erfolgreichsten und am längsten im Geschäft tätigen Musiker Afrikas, ein wunderbarer Anlass ihn mit einem Artist-special zu ehren. 2 Face kommt, wie so viele erfolgreiche, nigerianische Künstler, aus der musikalischen Hauptstadt Jos, Plateau State, Nigeria. Er hat schon in den 90er Jahren das Trio Plantashiun Boyz mitgegründet. Mit ihm sangen dort Faze und Black Face zusammen. Leider kam es zu Streitereien (um Geld) und das Trio zerbrach. Alle Drei machten aber mehr oder weniger erfolgreich als Solokünstler weiter. 2 Face ist mit Abstand der erfolgreichste der drei. Von ihm haben wir ein kleines Best-Off seiner Alben der letzten 9 Jahre gehört.

Nach dem nigerianischen Artist-special ist vor neuer nigerianischer Musik. In zwei Musikblöcken gab es das neueste aus Nigeria zu hören. Musik, die hier tagtäglich in Radios und Clubs gespielt wird und zu der jeder und jede tanzt, vom 16 jährigen Paper Boy bis zur 60 jährigen afrikanischen Mama. Der erste Block war noch zum warm werden. Zwar gab es schon einige neue Knaller, wie Ketchup’s Pam Pam, zu hören, doch lag die BpM Zahl noch unter 120. Der zweite Block war dann klar schneller und clubtauglicher. Begonnen wurde dieser von dem Lied der Stunde hier in Nigeria. Dieses Lied wird hier momentan in endlosschleife und Dauerrotation überall gepumpt. Es handelt sich natürlich um Patoranking und Wande Coal mit ihrem gemeinsamen Hit My Woman, my everything. Ein Lied, was ich übrigens vor drei Monaten schon in der 33ten Ausgabe Woza – This is Africa gespielt habe…Ihr wisst ja, wo es immer die allerneueste Musik zu hören gibt 😉 Das Update für neue nigerianische Musik endete mit einem Wechsel aus Iyanya und Orezi Liedern. Beide Künstler haben vor einer Woche ein neues Album releast und aus beiden Alben, Iyanya’s Applaudize und Orezi’s Gehn Gehn Album, haben wir ein paar Lieder gehört. Besonders das Orezi Album wird hier in Nigeria hoch gelobt und gefeiert. Er ist zwar schon lange im Musik-geschäft aber international noch nicht so erfolgreich wie ein Wizkid oder Davido oder 2 Face. Aber vielleicht ändert sich das ja demnächst.

Um für ein bißchen Abwechslung zu sorgen, gab es zum Ende der Sendung noch einmal luso-phone Musik, also Musik auf Portugiesisch. Diesmal wieder ausschließlich Musik aus Mosambik, aber diesmal kein Kizomba, sondern ein etwas schnelleres Musikgenre, Pandza Musik.

Und dann war die Sendung auch schon wieder vorbei. Doch nicht ohne den Tune fort he Road und der kam, ganz klar, aus Nigeria, kam von Harry Song, KCEE und Olamide und ist hier momentan ebso erfolgreich und oft gespielt wie das o.a. Patoranking-Lied. „After Reggae play the Blues…“

Die ganze Sendung kann man natürlich hier noch einmal hören:

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